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Le Mans 66 - Gegen jede Chance

GLR | 20.4.2021

Regisseur: James Mangold. USA 2020.

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Der Sieg, auf den es eigentlich ankommt, ist der Sieg gegen das eigene Ego. Wer den Film aus dieser Perspektive anschaut, findet in zahlreichen Szenen kleine, aber deutliche Details, die darauf hindeuten.

[Achtung: Spoiler! Man sollte den Film zuerst sehen. Was sich unbedingt lohnt!]

Nur ein Beispiel (ich überlasse es dem Zuschauer, die übrigen selbst zu entdecken): Obwohl Ken Miles mit dem Ford-Wagen der eigentliche Sieger des 1966er-Rennens ist, überwindet er seinen Eigensinn und Trotz und tritt kurz vor Schluß auf die Bremse, um der zutiefst ungerechten, aus der Management-Spitze erteilten Stallorder Genüge zu tun. Drei Fords fahren gemeinsam über die Ziellinie. Aber aufgrund einer den Teilnehmern unbekannten Regel der Rennleitung wird er am Ende nur Zweiter. An der Oberfläche hat er scheinbar verloren, aber in Wahrheit hat er gewonnen.

Man könnte die Führung des Ford-Konzerns auch als stellvertretend für die Gesellschaft, für das soziale Kollektiv nehmen, und die zwei Freunde Shelby und Miles für einzelne Menschen, die immer wieder hintergangen und benutzt werden. Zum Teil lassen sie sich auch benutzen, ordnen sich unter, weil sie wissen, daß sie sonst keinerlei Chance hätten, ihre Leistungen zu erbringen. Der Wert, für den sie stehen, hat eine Außen- und eine Innenseite, und nur ein Mensch mit Herz kann letztere wahrnehmen und wertschätzen. Am Ende zählt nicht der äußere Erfolg oder Mißerfolg (Todesfahrt von Miles beim Test eines neuen Modells), sondern etwas ganz anderes.

Wie es Shelby am Ende ganz zutreffend ausdrückt: "Man kann nicht alles mit Worten sagen." Aber man kann es spüren. Aber nur in sich selbst, und nur, wenn man dafür bereit ist.

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