Wertperspektive

Vom Falschgeldsystem zu echten Werten

Sparprogramme, Verteilungskämpfe, Inflation, Euro-Schwäche und Finanzreformen

In den Nachrichten ist inzwischen zunehmend von Sparprogrammen die Rede; man benutzt auch den wohlklingenden Begriff "Haushaltskonsolidierung". Das Sparen führt zu den üblichen Verteilungskämpfen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen; lauthals wird die Gerechtigkeitsfrage diskutiert. Parallel dazu sehen wir fast täglich neue Anzeichen für die Euro-Schwäche, die zwangsläufig durch die Bailouts (genannt "Rettungsschirm") zustandekommen muß. Das stetig anwachsende allgemeine Unbehagen löst wiederum periodische Debatten über Finanzreformen aus.

Wollen Sie sich in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren tagtäglich mit dieser Art Schlagzeilen berieseln lassen? Nun gut, Sie können es auch einfach dadurch zu lösen versuchen, daß Sie es ignorieren und sich stattdessen einen schönen Tag machen. Irgendwann wird es Sie aber dann doch einholen, weil auch Sie vom Staat zur Kasse gebeten werden. Dann haben Sie obige Schlagworte wieder vor Augen und können sich dazu Ihre ganz persönliche Meinung bilden. Sie können auch wieder über die Politiker schimpfen, oder über die Banker, oder über die Mega-Reichen. Sie können auch in den kommenden Wahlen eher links wählen und hoffen, daß es dann besser wird. Aber nützen wird das alles überhaupt nichts.

In fast allen Gesprächen, die sich mit anderen über das Thema Wirtschaft und Finanzwesen ergeben haben, ist mir immer wieder eine fast schon absurde, in jedem Fall wegen ihrer Aussichtslosigkeit und Wirkungslosigkeit extrem ermüdende Fixierung auf die im Titel genannten Fragestellungen und Probleme begegnet. Der Grund dafür ist sehr einfach: Die Leute lassen sich bereitwillig die immer gleichen strereotypen Schlagworte von den Medien einflößen. Da tagtäglich überall von demselben Zeug gesprochen und darüber geschrieben wird, meinen sie, es müsse wichtig sein und sie würden, wenn sie nur oft und gründlich genug damit zu tun hätten, einen besseren Einblick in die Situation gewinnen. Das genaue Gegenteil ist der Fall!

Das eigentliche Problem, der wahre Grund der Krise, wird von den leider immer noch maßgeblichen öffentlichen Instanzen vertuscht; der Bürger fällt wieder und wieder darauf herein, und nun wird alles, aber auch alles andere unternommen, nur nicht das, was nötig wäre, um dieser aussichtslosen Lage eine echte Wendung zu geben.

Ausgangspunkt und Grund der Misere ist das aktuell herrschende Geldsystem. Aber das wird nicht zum Thema gemacht. Warum das so ist, das habe ich schon auf vielen meiner Seiten erklärt und werde es hier nicht nochmal tun. Nein, es ist auch keine Verschwörungstheorie, keine unzulässige Vereinfachung, und schon gar nicht ist es Ausdruck einer generell zu pessimistischen Sicht der Wirklichkeit.

Man kann dieses Geldsystem nicht "reformieren". Es muß so, wie es ist, komplett abgeschafft werden. Dieser Umbruch wird sich aber nicht friedlich vollziehen. Kein Politiker würde ihn unter den bestehenden Verhältnissen proklamieren oder beschließen. Die Titanic sinkt. Mit Wasserpumpen ist hier nichts mehr zu retten. Und es ist ein Fehler, sich mit all den relativ bedeutungslosen Symptomen und Randerscheinungen der Katastrophe zu beschäftigen. Man kann auch nichts "hinauszögern", denn gerade dieses Hinauszögern ist in diesem Fall nur ein weiteres Verschlimmern.

Das Finanzsystem muß nicht gerettet werden; das Finanzsystem ist das Problem!
Frank Schäffler, MdB

All meine lieben "optimistischen" Gesprächspartner versuchten, ihren guten Glauben an die Menschen und an unsere Kultur in die simple Grundeinstellung münden zu lassen, es werde schon irgendwie weitergehen. Bisher sei es ja auch immer irgendwie weitergegangen. Hält man ihnen vor, am Vorabend der beiden letzten Weltkriege sei es auch ganz anders gekommen, da hätte im nachhinein betrachtet der "Optimismus" gerade der jungen Generation schon eher etwas von erschreckender Dummheit und Naivität an sich gehabt, so geschieht sofort völliges Abschalten der Gedanken und energisches Weghören. Die "Optimisten" wollen unsere aktuelle Finanzsituation gerne positiv sehen, hoffnungsvoll, als werde sich demnächst alles zum guten wenden. Dabei handelt es sich um nichts anderes als um platte Realitätsleugnung. Vor lauter "Optimismus" weigert man sich, auch nur ein paar Minuten über Geldschöpfung, ungedecktes Fiat-Geld, Zinseszins und exponentiell anwachsende Billionen-Schulden nachzudenken.

Das soll positiv sein? Ich finde es schlimmer als negativ, es ist die pure Kapitulation vor der Mainstream-Gehirnwäsche, es ist das Leugnen der Sinkbarkeit der Titanic, während sie mittlerweile — für alle merklich — eine bedrohliche Schieflage zu zeigen beginnt. Was heißt in diesem Kontext, mit nüchterner Kenntnis der Lage, eigentlich "positiv"? Positiv wäre, die Fakten endlich mal anzuschauen. Positiv wäre, sich unvoreingenommen mit ein paar einfachen Zusammenhängen auseinanderzusetzen, statt sich beharrlich zu weigern, diese überhaupt nur anzudenken. Propaganda ist doch nichts Positives — unbestechliche Wahrheitsliebe, die ist positiv!

Der wirkliche Optimist hat auch den Mut, unabhängig zu denken und sich den von ihm dabei entdeckten Fakten zu stellen. Wenn sich ein menschenfeindliches Regime innerhalb etlicher Jahre und Jahrzehnte so richtig tief in eine Kultur und ins Denken aller Menschen, und gerade auch der jüngeren, eingenistet hat, dann tritt die wahre Verbesserung dadurch ein, daß dieses Regime ganz und gar kapitulieren muß — daß auch die letzten seiner giftigen Saugarme verdorrt sind und ihre destruktive Kraft endgültig verloren haben. Faule Kompromisse, beschönigendes Gerede, durch keinerlei Einsicht und Verständnis fundierte Gutgläubigkeit — das ist das allerletzte, was wir jetzt noch brauchen.

Mein Tip: Halten Sie sich in den kommenden Phasen einfach nur an die trockenen Fakten und an Ihr Verständnis, das Sie sich z.B. hier beim Mitlesen erworben haben, und Sie können sich das ganze dumme Gemache und Geschachere sparen. Lassen Sie sich bloß nicht von dem ganzen Theater aus Ablenkungen und künstlichen Inszenierungen beeindrucken. Das ist ein Niveau, das Sie nicht nötig haben.

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