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Präsenz-Logbuch

Es geschieht nur von selbst

GLR | 30.5.2024

Es ist ein grundlegender Irrtum, daß man etwas tun könnte, um zu erwachen1. Es geschieht nur von selbst.

Genau wie eine Idee als Erleuchtung zu einem kommt und man sie sich nicht ausdenken kann. Man kann sich nur bereit machen und darauf warten. Das bedeutet auch, daß alle Bestrebungen, die Wahrheitssuchende an den Tag legen, um "dahin" zu kommen, nicht klappen können, sondern sogar das Eintreten dessen, was nur von selbst geschehen kann, verhindern.2

RM, NM, UG, Meher Baba (teilw. Ramesh B,) und alle anderen Verwirklichten haben genau diese Erfahrung gemacht, daß es sie plötzlich und spontan "überkommen" hat, und ich habe von keinem wichtigen und anerkannten Verwirklichten je gehört, daß er sich auf gerader Linie dahin vorgearbeitet hätte. Merkwürdigerweise haben dann aber Buddha, RM (teilweise NM), von Gurdjieff ganz zu schweigen, ständig Ratschläge gegeben, welche Praktiken man ausführen solle. Es kann aber, wie gesagt, keine Praktiken geben, die diese Wirkung erzielen. (Einzig UG hat klar und deutlich betont, daß es so ist.) Daher ist das genau genommen eine Irreführung. Und auch jetzt tauchen wieder alle mögliche Tutoren auf, vorzugsweise aus den USA, die ständig Vorträge darüber halten, wie man vorzugehen und was man denken solle. Das ist in sich Schwindel3.

Der eigentliche Aufschluß und die Wahrheit lautet: Da es keinen Handelnden gibt, wird jeder tun, wozu er sich genötigt fühlt, und lassen, wozu ihm der Antrieb fehlt — und damit ist dann auch schon alles gesagt.

Entscheidend ist, sich hinzugeben und innerlich loszulassen. Deshalb ist das Achten auf den Atem eine geradezu perfekte Herangehensweise: Nicht "um, zu" (als Praktik), sondern um Reines Sein bereits im Jetzt zu erfahren — was übrigens identisch ist mit Erleuchtung. D.h. die ohnehin bei jedem bereits vorhandene Erleuchtung kann dann von selbst quasi "an die Oberfläche" oder "in den Vordergrund" treten. Und genau genommen ist sie ansonsten auch immer da. Sie wird nur nicht akzeptiert.

Achten auf den Atem4 = Loslassen

Solange nicht ganz losgelassen werden kann, ist immer die Verstandeskontrolle aktiv.

1 Das gilt für jegliche Form von Erwachen.

2 Zwar gibt es Zwangsmethoden, die bis zu extremer Selbstquälerei gehen, wie etwa bei intensivem Zen oder bei Enlightenment Intensive, oder bei ähnlichen Praktiken (siehe Buddha u.a.), aber davon halte ich jetzt gar nichts mehr, weil es auf jeden Fall primär vom spirituellen Ego und damit von einem hypertrophen Verstand ausgeht. Es ist in sich widersprüchlich: Man unternimmt etwas, um die Erfahrung zu machen, daß das, was man unternimmt, grundfalsch ist — das Scheitern und die Absurdität der Bemühung soll dann zu einer totalen Kapitulation des Impulses zur Bemühung führten.
Genau dieselbe Erfahrung kann man aber auch im normalen Leben machen: Etwa wenn man sich verliebt — das geschieht einem, zumeist gegen starken inneren Widerstand, oder wenn man sich etwas sehr wünscht, und es tritt dann auf eine ganz andere Weise und völlig zufällig ein.

3 Das ist genau das, was die Frau mit dem Kanal "Impulse..." nicht kapiert. Solche Impulse nützen überhaupt nichts. Und Reklame für echte Selbsterkenntnis ist außerdem völlig unsinnig.

4 Ohne diesen auch nur im geringsten zu beeinflussen. Das kann der Verstandesmensch nicht; er bildet sich das nur ein. Er kann nämlich überhaupt nichts tun, ohne es zu beeinflussen.

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