Wertperspektive

Vom Falschgeldsystem zu echten Werten

Der Menschheit die Zukunft zurückgeben

Von GLR | 2.6.2018 9:00

Eine Billion Dollar erbt in dem gleichnamigen Roman von Andreas Eschbach ein junger italienischstämmiger Amerikaner von einem Vorfahren, der 500 Jahre vorher eine nicht sehr hohe Summe Geldes aufgrund eines prophetischen Traumes zur Verzinsung angelegt hat. Aufgrund des Zinseszinses wird nun die Hauptfigur des Buches durch diesen gigantischen Betrag schlagartig nicht nur zum reichsten Mann aller Zeiten, sondern erhält zugleich eine ungeheure Macht übertragen. Die Prophezeihung besagt, er werde der Menschheit in einer Zeit der Orientierungslosigkeit und des Niedergangs mit diesem Geld ihre Zukunft wiedergeben.

Was würde ich, was würdest du mit dem Geld tun? Das Buch spielt mehrere Möglichkeiten durch. Mich interessiert mehr die Frage danach, was unter "der Menschheit die Zukunft zurückgeben" zu verstehen ist. Eigentlich kann sich jeder diese Frage stellen, selbst wenn er nicht viel Geld und dadurch scheinbar weniger Macht hat als der Protagonist. Es ist eine Frage nach Sinn, Orientierung, aber auch danach, inwieweit es überhaupt Sinn machen würde, in einen Ablauf einzugreifen, der seine eigene Dynamik besitzt.

Die in dem Buch erwähnten Aspekte von Überbevölkerung, Umweltzerstörung und Ressourcenverschwendung halte ich für weit übertrieben und am Kern vorbeiführend. Bücher wie "Die Grenzen des Wachstums" und die Prognosen des Club of Rome haben sich nachträglich als viel zu beschränkt und pessimistisch herausgestellt. Genauso verhält es sich mit dem von den Medien heftig propagierten, angeblich durch die Menschheit verursachten Klimawandel. Panikmache herrscht vor, und es wird ein schädlicher Schuldkult betrieben, der so ziemlich das Gegenteil von "eine Zukunft wiedergeben" darstellt.

Aber selbst wenn man genauer hinter die Kulissen des Systems und des verursachten (und weiterhin an Bedrohung zunehmenden) Unheils blickt — Falschgeldsystem, korrupte politische Instanzen, Sozialisierung und Bürokratiekrebs —, bleibt unklar, was es nützen würde, hier eingreifen zu wollen. Nehmen wir an, man könnte mit der einen Billion wichtige Massenmedien übernehmen und dort beginnen, den Falschgeldbetrug anzusprechen und die unwissenden Massen darüber zu informieren, wie sie ausgenutzt und bestohlen werden. Dieselben Massen wären aber in der jetzigen Situation gar nicht daran interessiert, falsche Werte (also Kredite, Verschuldung, Umverteilung, Staatsfinanzierung mittels ungedeckter, illegitimer Staatsanleihen etc.) durch wahre und echte Werte zu ersetzen. Für echte Werte muß gearbeitet werden, erst dann könnte konsumiert werden. Auch würde eine weite Verbreitung der Wahrheit zu einem Systemcrash führen, der den gesamten Planeten direkt in eine humanitäre Katastrophe stürzen würde. (Was wahrscheinlich auch so in einer nicht allzu fernen Zukunft, oder auch vielleicht sogar nächste Woche oder nächsten Monat, passieren könnte.)

Die materielle und politische Lage entspricht exakt dem Bewußtseinsstand, und dazu gehört das Maß an Wahrhaftigkeit und Redlichkeit, das gerade vorhanden ist und alle Gedanken, Handlungen und Verhaltensweisen bestimmt. In einer auf Lügen basierenden Kultur muß erst diese Kultur kollabieren, um neu anfangen zu können. Sanfte Reformen sind da gar nicht möglich. Harte und leidvolle Erfahrungen gehören mit zum Leben, sonst wäre es nicht vollständig. Freiwillig nimmt das keiner auf sich, sondern es muß ihm gegen seinen Willen und auch gegen seine Zustimmung verabreicht werden.

Nach meinem Verständnis läuft "Zukunft wiedergeben" auf die Wiederentdeckung einer tragfähigen, glaubwürdigen Lebens- und Sinnperspektive hinaus. Dazu wäre noch nicht einmal Geld vonnöten. Unsere Gesellschaft (nicht nur im Westen, sondern mittlerweile auch im Osten) ist oberflächlich und materiell orientiert. Darüber, daß diese Menschen allesamt "schlafen", habe ich schon genug gesagt und geschrieben, und möchte das hier nicht wiederholen. Ohne Selbsterkenntnis gibt es keine Neuorientierung. Die Frage, inwieweit eine Massengesellschaft zu Selbsterkenntnis und Sinnsuche zu motivieren wäre, stellt sich nicht, sondern ist bereits absurd in sich. Beides ist in einer unbewußten, dem Wahn hingegebenen Masse mindestens genauso gut möglich wie in einer scheinbar "spirituelleren" Kultur oder Epoche. Denn jeglicher Impuls, nach den richtigen Antworten zu suchen und sie bei sich selbst im praktischen Leben anzuwenden, kommt immer nur von innen, nie von außen.

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