Wertperspektive

Vom Falschgeldsystem zu echten Werten

Das Hauptcharakteristikum des wieder aufkeimenden Massenwahns

Bild GLRVon GLR | 22.9.2017 9:30

Von mir bereits mehrfach erwähnt, aber ich möchte es hier in diesem Blogeintrag noch einmal zusammenfassend und in seiner ganzen erschreckenden Dummheit auf den Punkt bringen:

Das Hauptcharakteristikum des in diesen Tagen wieder aufkeimenden Massenwahns ist die Haßprojektion. Wer versteht, wie sie arbeitet, der versteht auch, daß wir uns gerade auf einem ziemlich abschüssigen Pfad befinden, der uns leider wieder zurück bis hinein in die Niederungen der Hysterie gegen "Feinde" in den 1930er Jahren sowie in den "Kampf" (angeblich:) der Werktätigen gegen die Kapitalisten und westlichen Mächte in den Zeiten der DDR führt.

"Feinde" haben keine Rechte. "Feinde" müssen bekämpft werden, nach Möglichkeit unerbittlich und mit äußerster Konsequenz.

Und wer sind diese heutigen Feinde? Andersdenkende, deren Gesinnung einem nicht paßt. Trump-Befürworter, AfD-Wähler, Kritiker der Neuansiedlung von Millionen aus dem Ausland, Kritiker der EU, Menschen, die bezweifeln, daß es eine von Menschen verursachte globale Klimaerwärmung gibt.

Die Projektion funktioniert so und leider sehr simpel: Man erklärt diese Andersdenkenden zu Feinden der Freiheit, der Demokratie, der Verfassung, der Menschenrechte usw. Danach operiert man mit folgender Gleichung:

"Keine Freiheit
den Feinden
der Freiheit."

Das wiederum bedeutet: Mit denen kann man machen, was man will, weil sie ja, nun, eben "Feinde" sind. Wo kämen wir denn hin, wenn Feinde dessen, was wir für richtig halten, und wir halten ja Freiheit und Grundrechte und Toleranz für richtig, ebendiese Werte angreifen, indem sie unsere Eigeninterpretation als Demokraten und Freiheitsliebende nicht nachvollziehen wollen?

Genau so hat man "Feinde" in den 1930er Jahren geschaffen (gegen die dann mit allen Mitteln vorzugehen unbedingt geboten war — denn wo kämen wir dann sonst hin; da wäre ja unser Land und unsere Kultur in Gefahr?), in der DDR, und in allen anderen Staaten, in denen Andersdenkende verfolgt, bestraft und aus der Gesellschaft ausgestoßen wurden.

Man sagt ganz einfach: Die haben sich doch bereits selbst ausgestoßen. Weil sie nämlich anders denken als wir.


Wer nicht glaubt, daß dieser Wahn wieder zeitgemäß ist, kann hier Anschauungsbeispiele finden:

Und nein: Das ist leider keine Parodie. Das ist von jenem Blogschreiber (und vielen seiner Gleichgesinnten) bitter ernst genannt.


Aus "gutefrage.net": Von wem stammt das Zitat "Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit"?

Antwort:

Der Schlachtruf der wehrhaften Demokratie würde vielleicht seltener und mit weniger Inbrunst zitiert, wenn bekannter wäre, dass seine Urheberschaft einem der fanatischsten Köpfe der französischen Revolution zugeschrieben wird: Saint-Just, den man wegen seiner Rolle im Wohlfahrtskomitee auch den „Erzengel des Terrors“ nannte.

Wie er wirklich dachte, hat Saint-Just an anderer Stelle weniger missverständlich ausgedrückt: „Die Grundlage der Republik ist die vollständige Vernichtung dessen, was gegen sie ist.“

übernommen von: Wehrhafte Demokratie, faz, 30.5.2008

Und wie das dann ausgegangen ist, wissen wir alle. Also wieder "Her mit der Guillotine, damit am Ende die wahren Demokraten übrig bleiben"? (Nur um keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen: Besagtes Zitat wird übrigens nicht nur von linken, sondern auch von rechten Ideologen des Etatismus benutzt. Ist es nicht auch so schön einfach und eingängig und scheinbar plausibel? Aber wie gesagt: Um einiges zu einfach! Und extrem gefährlich, weil grausam oberflächlich und im eigentlichen Sinn zutiefst menschenverachtend.)

Ich will darauf hinaus: Es ist immer dasselbe Muster. Es ist immer dieselbe pathologische Denkweise, die zur Unfreiheit und zur Entstehung von menschenverachtenden Regimes führt. Und diese Denkweise wird auch nicht dadurch richtiger, daß sowohl seitens der heutigen deutschen Regierung als auch seitens der heutigen deutschen Massenmedien Tendenzen in dieser Richtung kultiviert werden.

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