Wertperspektive

Vom Falschgeldsystem zu echten Werten

Tagebuch

Bild GLRVon GLR | 18.9.2017 10:50

Was mir bei dem gestrigen Livestream aufgefallen ist: Es gibt verschiedene Arten von Menschen, wie sich besonders stark im Kontext von Selbsterkenntnis zeigt. Zuerst einmal ist das Interesse daran generell viel schwächer, als ich meistens anzunehmen gewohnt bin. Damit meine ich nicht die Anzahl der Teilnehmer. Diese ist zumeist höher als von mir erwartet, wobei aber die meisten wahrscheinlich einfach nur neugierige Gucker sind. Sondern ich meine das eigentliche Engagement, bei sich selbst die Grundfragen anzugehen und zu versuchen, sie zu klären. Hier hat der Verstand bzw. das falsche Selbst der meisten bereits derart stark das Regiment übernommen, daß nur noch auf einer rein gedanklichen, sprachbildenden Ebene Reflexionen stattfinden. Aber jegliche Ermunterung zu realer Erforschung, also erster Aktivierung von Aufmerksamkeit bezüglich dieses Verstandesprozesses oder mit Hinblick auf Momente von Gegenwärtigkeit (Präsenz) läuft komplett ins Leere.

Es sind nur ganz, ganz wenige, mit denen überhaupt Austausch möglich ist. Extrem wenige. Damit erklärt sich auch das fast komplette Desinteresse etwa am Selbsterkenntnis Wiki (wozu sich mit so etwas Überflüssigem beschäftigen? da gibt es doch viel spannendere und unterhaltsamere Angebote) oder ähnlichen von mir gelieferten Angeboten.

Auf der anderen Seite ist das für mich, wie ich gestern auch wieder beobachten konnte, fast völlig unerheblich. Denn auf jede Frage, jedes Thema läßt sich antworten oder eine Antwort versuchen, immer im genannten Kontext, und so gesehen ist habe ich bei solchen Veranstaltungen immer einen Nutzen für mich selbst.

Was mir noch klar geworden ist (ohne den Hintergrund des Gesprächs wäre es mir bei weitem nicht so deutlich aufgefallen): Selbsterkenntnis und Bewußtheit sind eine Lebensweise, ein ganz bestimmter Lebensstil. Fast schon eine andere Welt. Wenn das erkannt wird, dann wird auch die ungeheure Kluft zum normalen Alltagsmenschen deutlich. Ca. 65% sitzen jeden Abend vor der Verblödungsglotze (Link, Quelle), und vor diesem Hintergrund der kompletten Selbstverleugnung wird dann über Parteien, Politiker und Programme diskutiert. Die Leute schaffen es nicht, ihr Gehirn von diesem Gift freizuhalten (das Abschalten und Hinausschaffen der Kiste würde die meisten wahrscheinlich in eine existentielle Krise stürzen), beschweren sich dann aber über Mißstände. Da sieht man gut die Diskrepanz zwischen freiwilliger Versklavung und selbstverantwortlichem Lebensstil. Dies ist natürlich auch eine Konsequenz davon, Selbsterkenntnis langweilig und überflüssig zu finden. Das sind eben solche Leute. Um selbstverantwortlich zu sein, muß man zumindest Interesse an sich selbst haben. Dann wird es einem auch plausibel sein, den eigenen Lebensstil danach auszurichten, statt einfach nur dahinzudriften und sich zum reagierenden Opfer zu machen.


Eine mögliche Konsequenz für mich aus solchen Livestreams wäre, noch mehr und entschiedener dem Gedankenprozeß, der bei den meisten bei solchen Gelegenheiten loszurattern beginnt, Einhalt zu gebieten. Auch das wäre wieder eine gute Sache für mich selbst, weil ich hier auch Neuland betreten würde. Es käme dann noch deutlicher zu einem Antagonismus der Aufmerksamkeit. Es ist ja eine gewisse Menge an Energie da, und mit der kann man auch etwas machen.

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