Wertperspektive

Vom Falschgeldsystem zu echten Werten

Tagebuch

Bild GLRVon GLR | 16.9.2017 10:00, Update 20:20

Seit Ostern 2001 weiß ich, daß es keinen Handelnden gibt. Das bedeutet dann aber auch unmittelbar, daß niemand anderer handelt, sondern daß auch die vermeintlich von anderen begangenen Handlungen einfach geschehen. Sie geschehen, weil sie so geschehen müssen — den der Lebenskraft innewohnenden Gesetzmäßigkeiten entsprechend — und gar nicht anders geschehen können.

Das Gejammer und Gezeter, mit dem sich, gerade jetzt vor der Bundestagswahl in einer Woche, die politisch Interessierten bemerkbar machen, ist vor dem Hintergrund dieser einfachen und unverrückbaren Tatsache völlig zu ignorieren. Das hat nicht einfach nur damit zu tun, daß man andere nicht ändern kann und ihr Denken oder Fühlen erst recht nicht ändern kann — wie die Erfahrung zeigt und wie auch schon bei einigem Nachforschen erkennbar wird. Sondern diese eher vordergründige Betrachtung wird erst vor der tieferen Erkenntnis wirklich einsehbar, daß hier ohnehin niemand handelt. Die eingebildete handelnde, Entscheidungen treffende und diese dann durchführbare Entität existiert schlichtweg nirgends. Der Verstand, als Ersatz-Instanz, ist dem nur aufgepfropft, um dies zu überdecken. So kommuniziert der Verstand der einen mit dem Verstand der anderen, und alle versuchen sich gegenseitig zu beeinflussen: ein bloßes überflüssiges Nullsummenspiel, bei dem man sich nur gegenseitig verwirrt, und das wieder nur, um bei sich selbst nicht genauer hinschauen zu müssen.

Auch die Frage des allgemeinen Bewußtseinsstands der Bevölkerung ist nur an der Oberfläche interessant. Niemand beeinflußt hier irgendetwas. Niemand kann irgendwen auf einen Bewußtseinsstand bringen, und schon gar nicht in der Masse. Wer nicht selbst erkennt, kann auch durch keine wie auch immer geartete Bemühung zum Erkennen hingeschleppt oder verlockt werden. Und erkennen läßt sich nur, was als Selbsterkenntnis bei einem selbst bereits gegeben und lebendig ist. Die Selbsterkenntnis ist wiederum die Voraussetzung, um dem gegenüber, was in der Erscheinungswelt wahrzunehmen ist, interessiert und offen zu sein. Das Durchschauen von Betrug und Falschheit ist dann unvermeidlich und geschieht ganz von selbst.

Eine interessantere Frage, die sich aus der Erkenntnis und Erfahrung des Nichtvorhandenseins eines Handelnden ergibt, ist die nach dem Ich selbst. Wo kein Handelnder ist, ist auch kein Ich. Es gibt nur die gewohnheitsmäßige Selbstidentifikation mit dem Körper. Sich an dieser noch weiter abarbeiten zu wollen ist ein Irrweg, wie mir mehr und mehr deutlich wird. Es entsteht der Versuch, etwas mit dem Körper zu machen, etwa, ihn gesünder, fitter, widerstandsfähiger zu machen. Der Körper wird so zum neuen Ich und zur neuen Verhaftung. Insbesondere diejenigen Körperwahrnehmungen, die auf die Umwelt, die Gesellschaft, den Umgang mit anderen Menschen bezogen sind, führen zu neuer Verstrickung. Das Handeln kommt an der Hintertür wieder herein. Angst, Spannung, Mißtrauen, innere Kämpfe sind die Folge. Ein waches Bewußtsein erfährt all dies als starke Beeinträchtigung, wie ein ständiges Trommelfeuer von Angriffen auf die natürliche Balance.


Zur DISQUS-Kommentarfunktion: Es wiederholt sich dort dasselbe wie auch früher schon erlebt:
Ein Teil der Kommentare ist gut und hat eine gewisse eigenständige Qualität. Die würde ich auch gerne drinlassen und weitere einladen. Die anderen Kommentare gehören durchweg zu folgenden Gruppen:

Läßt man aber beide Arten von Kommentaren unbeantwortet stehen, ist der Eindruck negativ; antwortet man, kommt auch nichts weiter dabei heraus als nutzloses Hickhack. Ich habe noch nie erlebt, daß es so zu einer Art Verbesserung des Verständnisses gekommen wäre.

Ich war nahe an dem Punkt, die Kommentarfunktion wieder komplett herauszunehmen. Dann, nach eingehenderer Überlegung, ist mir wieder einmal folgendes bewußt geworden:

Es ist meine Plattform, und ich entscheide, was ich dort drin haben will und was nicht. Deshalb werde ich alle guten Kommentare drinlassen und die schlechten, unverständigen oder gehässigen löschen. Leute, die strikt ihre eigene Meinung vertreten wollen und dazu meinen Space mißbrauchen, sind fehl am Platze, denn um sich selbst mitzuteilen, ist der richtige Weg, eigene Webseiten oder Plattformen zu gründen und mit Texten oder Videos zu besiedeln. Das ist ja, was sie eigentlich wollen: ihre eigene Sicht weiterverbreiten. Das können sie gerne tun, aber nicht bei mir und nicht unter Mißachtung von Anregungen und Gedanken, die ich liefere.

Nochmal: Das klingt sehr strikt und wird auf viele intolerant wirken. Aber der entscheidende Punkt, den ich hier nochmal betone: Es ist meine Plattform. Wer sich darauf nicht einlassen will, sondern einfach nur die eigene abweichende Sichtweise propagieren will, hat hier nichts zu suchen. Ich muß hier nicht den "Toleranten" spielen. Wer in mein Wohnzimmer kommt, hat sich auch darauf einzustellen, was dort paßt und was nicht, und nicht ich mich auf ihn, wenn er so tut, als gehöre ihm der Raum.

Zum Glück läßt sich das mit DISQUS sehr leicht und praktisch abhandeln. Wozu sollte ich also diese Gelegenheit, die manche sinnvoll nutzen können und die eine Bereicherung durch zusätzliche Gesichtspunkte darstellen kann, kaputt machen, nur weil allzu freizügiger Umgang zu Störungen und Mißhelligkeiten führt?

Das vielleicht Wichtigste: Ich spüre sehr genau, ob einer es gut meint und positiv beitragen will oder nicht. Auf dieses Gespür kann ich mich verlassen, und das ist mein Kompaß. Nicht, was andere dazu denken.


Der eigentliche Clou ist, daß du der Ausgangspunkt von allem bist, auch der Ausgangspunkt der gesamten Wirklichkeit, der gesamten Welt. Ohne dich gäbe es das alles nicht. Der "eigene" Körper ist nur ein Teil des gesamten Erscheinungsbereichs.

Deshalb ist es auch unpassend, den Bettler zu spielen, der anderem hinterherrennt und sich übervorteilt oder mißverstanden vorkommt. Du bist die Mitte, die Quelle, der Ursprung.

Das eigene direkte Empfinden ist immer so, wie es ist. Es hat die volle Berechtigung, genau wie irgendein beliebiger physikalischer oder mathematischer Sachverhalt. Die Hinterfragung dieses Empfindens ist völlig nutzlos und überflüssig — bloße Zeit- und Energieverschwendung, und auf Dauer Selbstschwächung und Selbstverarschung.

Du kommst immer von dir selbst her, und wo auch immer du hingehst, bist du immer am selben Platz: am Mittelpunkt und im nicht zu bewertenden, nicht zu beurteilenden und nicht zu schmälernden So-Sein.


Verantwortung. Wofür bin ich, wofür bist du verantwortlich? Meinen Text zur Verantwortung der in diesem Land lebenden Deutschen kritisierte einer dieser sich selbst und andere unablässig beschwerenden Kommentatoren (den Kommentar habe ich gelöscht) mit dem Hinweis, man könne nur für das Verantwortung übernehmen und tragen, was man beeinflussen könne. Aber hier könne man ja fast nichts mehr beeinflussen.

Wo fängt die Wirklichkeit an, die man beeinflussen könnte, und wo hört sie auf? Wer ist es, der etwas beeinflussen könnte, und könnte er überhaupt irgendetwas beeinflussen? Entweder es ist die eine, alles umfassende Wirklichkeit, das Außen des Innen, der Spiegel des Selbst, oder da ist niemand, der irgendetwas tun könnte, und diese Wirklichkeit wäre nur ein Schemen, ein Traum. So paradox es ist, aber beides läuft auf dasselbe hinaus: Die Frage des Beeinflussens stellt sich nicht, und somit auch nicht die Frage des Übernehmens von Verantwortung. Entweder du hattest sie schon, oder du empfängst sie auch nicht.

Mein Gefühl wiederum ist die umfasssende Verantwortung, für alles, und jenseits einer Beeinflussung. Da, wo ich bin, ist immer Verantwortung. Das ist aber nichts Abstraktes oder Gedachtes, sondern es kommt allein vom Herzen. Das Herz trennt nicht und ist immer verantwortlich. Es vereinigt und vereint. Es ist wahrscheinlich das, was die, die sich als Patrioten bezeichnen, ebenfalls so empfinden. Die Liebe zu diesem Land, zu dieser Kultur, zur Heimat, also zu einem Ganzen und Gewachsenen. Ein Patriot wandert nicht aus, außer er wird vertrieben. Dann nimmt er die Heimat mit in die Fremde und wartet auf den Moment, wo er sie wieder dorthin zurückpflanzen kann, wo sie zwischenzeitlich abgetötet worden ist. Die Heimat ist im Herzen, nicht in der Geographie. Und sie ist ein Geben, kein Nehmen.

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