Wertperspektive

Vom Falschgeldsystem zu echten Werten

Mein Abschied, meine Absage, oder wie auch immer man das nennen will

Im Moment können wir nur eine Rückentwicklung verzeichnen

Hier ein Austausch mit Markus Bechtel, der zu meinem Video auf Google+ kommentiert hatte:

Markus Bechtel:
Ernüchternd, aber wahr!
Selbst einfachste Denkoperationen können oder wollen die Leute heute nicht mehr nachvollziehen. Selbst die angeblich doch so wahrheitsbewegten Leute nicht. Oder gerade die nicht.
Sie können oder wollen z.B. nicht nachvollziehen, daß der Nichtgebrauch des Wahlrechtes im Ergebnis eine konkludente Zustimmung der Nichtwähler zu der Wahl der Wähler bedeutet.
Meine Entgegnung:
Ja, interessant und sehr aufschlußreich. Es ist so, wie wenn ich nicht mehr arbeite, dann aber andere dafür verantwortlich zu machen versuche, daß ich zuwenig verdiene. Oder wenn ich mich weigere, den Strom einzuschalten, aber mich beklage, daß die Elektrogeräte nicht funktionieren.

Ich habe nun wirklich mehrere Tage gründlich über die Ursachen nachgedacht, die hinter diesem ganzen doch ziemlich starken Trend stecken. Es ist, da bin ich jetzt sicher, eine Retardierung, also eine Rückentwicklung und damit eine klassische Degenerationserscheinung. Es ist ein Begleitsymptom des Verfalls des jetzigen Lügen- und Falschgeldsystems.

An dem einfachen, aber entscheidenden Gedankengang, was Werte sind und wer sie wo vertritt und stärkt, kann man das aufschlüsseln. Es werden schlichtweg keine Werte vertreten! Das merkt jeder, der sich mal die Vorträge bei den Montagsdemos anschaut oder anhört. Worte wie Frieden, Gerechtigkeit, Liebe usw. sind nur Phrasen. Es wird aber nichts dafür getan. Es werden nur naive Gefühle stimuliert, wie bei einem Popkonzert. Im Web ist es sogar noch schlimmer; da gibt es noch nicht mal diese positiv besetzten Begriffe, sondern es werden Wahnvorstellungen von einer allgemeinen, namenlosen, überall anonym lauernden Bedrohung verbreitet: Gift im Essen, Gift am Himmel, schädliche unsichtbare Strahlen, Willenslähmung, alles von geheimen Zirkeln und Kreisen inszeniert und gesteuert usw. Das ist mittelalterlich, antiaufklärerisch, und erinnert mich sogar an den Hexenwahn und die Angst vor dem "bösen Blick".

Es ist leider so: Man kann nur warten, bis das System kollabiert, und hoffen, daß die Umbruchphase möglichst glimpflich abläuft. Aber echte Veränderungen wird es erst dann geben. Was wir jetzt da im Web und in der Systemkritikerszene erleben, kann man vergessen. Vielleicht lernen ja manche, wie man mit dem Mikrofon vor einer kleinen oder mittleren Menschengruppe spricht; das ist dann aber auch schon alles.

Nichtwählen und Selbstverantwortungsverweigerung

Jörg Messerschmidt postete im Web folgendes Zitat:

Kein Mensch ist gut genug, einen anderen ohne dessen Zustimmung zu regieren.

Walter Bagehot

Daraufhin schrieb ich folgenden Kommentar:

Lustigerweise (oder tragischerweise, wie man will) ist der eigentliche Sinn des Zitats, auf unsere Fragestellung von Wählen/Nichtwählen angewendet, ja der: "Ohne Zustimmung" jemand regieren lassen ist genau, was die tun, die Wahlen ablehnen. Sie etablieren damit exakt (und logisch auch völlig schlüssig beweisbar — wenn man denn Logik überhaupt noch in Betracht zieht) ein Regime der Nicht-von-den-Bürgern-Autorisierten, also sogar einer Art Diktatur oder Tyrannei.

Und genau das haben wir sowohl in D als auch in Europa: Eine nicht wirklich legitimierte Diktatur oder Tyrannei. Zustandegekommen durch die Wahlverweigerung und damit auch Selbstverantwortungsverweigerung. Ich stimme also dem Zitat zu. Man muß es nur richtig durchdacht haben.

Serie II 001 | Die Änderungsillusion (Video)

Wer im Außen etwas erreichen will, hat sich selbst bereits vergessen - Die Verbesserungsfantasien in der Politik - Verstrickung im Rad der Erscheinungen - Was sind die wirklich wesentlichen Dinge?

Für mich ist es so, daß ich nach mehreren Jahren von Erfahrung mit "politischen Themen", bei denen ich gleichzeitig auch immer versucht habe, mir über die Verhaltensweisen der Leute klarzuwerden — und zwar so, wie sie tatsächlich sind und sich ausdrücken, nicht so, wie die allermeisten in ihren rosaroten Träumen von idealer Welt und idealem Miteinander-Umgehen denken, daß sie wären —, endlich näher zu der eigentlichen Antwort gekommen bin.

Die Änderungsillusion hat die grundlegende Funktion der Flucht: einer Flucht vor sich selbst. Man meint, Dinge im Außen beeinflussen und ändern zu können, die man aber de facto eben nicht beeinflussen und ändern kann. Man steigert sich nur in diese Vorstellung hinein. Und von dieser falschen und irreführenden Vorstellung beziehen alle politischen Bewegungen ihre — nur scheinbare — Kraft. In Wirklichkeit wird jedoch nichts anderes als ein schwarzes Loch erzeugt, das keine echten Werte zu generieren vermag.

Aber das muß man erst einmal für sich erkannt und herausgefunden haben. Hierzu gehört dann auch, sich darüber im klaren zu sein, daß man damit gleichzeitig fast der einzige ist.

GLR
27.5.2014

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