Wertperspektive

Vom Falschgeldsystem zu echten Werten

Eine Zuschrift zu den Wertperspektive-Videos

Sehr geehrter Herr Reschke,

ich bin über Ihren Youtube-Kanal gestolpert und habe mir das Video "Schlaglicht 20.10.2013 - Warum aufklärerische Wahrheit bei den meisten Deutschen Aversionen auslöst" angeschaut.

Ich bin eingewanderter US-Amerikaner deutscher Herkunft und bin seit 2008 mit einer deutschen Frau verheiratet. Meine Entscheidung, hierher zu ziehen begründet sich darin, dass ich mich nicht nur in eine Deutsche verliebt hatte, sondern auch zurück zum Ursprung wollte. Ich war immer fasziniert und leidenschaftlich begeistert von der deutschen Sprache und der deutschen Kultur. Ich ahnte vor meiner Einwanderung jedoch nicht, wie amerikanisch die deutsche Gesellschaft seit 1945 geworden ist. Als Geigenspieler und Musikliebhaber war ich berauscht von der Vorstellung, in jenem Land zu wohnen und leben, wo Menschen wie Beethoven und Bach ihre Meilensteine gesetzt hatten.

Ich verschlang mittelalterliche Werke, las Hegel, Kant, Nietzsche, Goethe, Schiller, Klopstock usw. Ich konnte vom "deutschen Geist" nicht genug bekommen. Und wie viel von diesem "Geist" steckte doch nicht schon in den Wortlauten selbst? In diesem schönen dunklen Donnern und Grollen auf der Zunge?

Aber dann habe ich angefangen, hier zu arbeiten, hier Steuern zu zahlen, hier die Menschen im Bus, in der Bahn und auf den Straßen zu beobachten. Etwas ist hier furchtbar schiefgelaufen, dachte ich mir nur. Ich befand mich plötzlich auf der Flucht vor Amerika...in Deutschland! Überall Cocacola, überall Zeitarbeitsfirmen, überall nur Konsum, Plastik, Ghettoisierung der Jugend. Ich klinge wie 65, bin aber nicht einmal 25 Jahre alt...

Ich habe vor einigen Jahren begonnen, mich nach der Ursache derartiger Entwicklungen umzusehen. Wenn man das, was Deutschland einst war, mit dem vergleicht, was Deutschland... oder das, was "Deutschland" zu sein behauptet... jetzt ist, ist es, als vergliche man das Bild eines völlig entstellten Brandopfers mit einem Hochzeitsphoto: Fast gar nichts lässt sich erkennen. Es ist, als hätte man eine karzinogene zersetzende Kruste über dieses Land und dessen ursprüngliche vielfältige, farbige und föderalistische Kultur gezogen. Die Mundarten sind fast alle hin, sie dienen nur noch als lächerliche scherzhafte Verblümungen der Sprache. Niemand macht sich noch klar, dass Menschen wie Goethe in hessischer Sprachfärbung gesprochen haben! Was ist daran niedlich oder lachhaft?

Ich bin auf meiner Suche durch aufklärerische Menschen wie Sie schließlich auf die Finanzkrake gestoßen, die dieses und viele andere Länder durchzieht. Ich begriff plötzlich, wie das Schwund- bzw. Zinsgeldsystem funktioniert, wie es von Jekyll Island aus etabliert wurde, wie man in der Reichsbank der 20er beim Notendrucken mit Optionen gegen die Mark sich in Dollars bereicherte und gleichzeitig die deutsche Wirtschaft verwüstete, wie so viele Dinge zusammenhängen, die sich mir noch nie offenbart hatten. Mir wurde klar, dass ich immer mit Ekel auf die Symptome, aber niemals auf die Krankheitsursache geschaut hatte. Da bin ich aber nicht allein: Viele gute intelligente wohlmeinende Menschen bekämpfen lediglich Symptome und glauben damit, etwas ändern zu können.

Ihr Video hat Mitgefühl in mir ausgelöst. Sie scheinen zu empfinden wie ich und wenige Bekannte meinerseits es auch tun. Man fühlt sich allein, man begreift und kann aber nur noch zuschauen, wie die Massen gleich riesigen Brechern gegen die Felsen krachen, d.h. kollektiv Selbstmord begehen. Ihr Selbstmord ist aber auch oft der Mord an vielen Nicht-sterben-Wollenden. Denn mit ihren instrumentalisierten Kriegen, ihren rein finanziell-quantitativen Handlungsmotiven ohne jegliches nachhaltige Wozu oder Wofür legen sie die Welt in Schutt und Asche.

Nicht nur die Deutschen verhalten sich so, wie Sie in Ihrem Video mit unüberhörbarer Frustration beschreiben. In Amerika gibt es millionenfache Fernsehgeschädigte. Ihnen fällt nicht einmal ein, wenn ein Politiker bei Fox oder CNN spricht, dass auch er nur zugunsten des Profits einer winzigen Minderheit spricht und handelt. Zudem leben die meisten Amerikaner in Eigenheimen, die sie mit verzinsten Krediten finanzieren. Das ganze amerikanische Wohngefühl, fußt darauf, dass man sich verschuldet, um wenigstens ein Zuhause zu haben, das man dann 40 Jahre lang im Laufe eines mittelmäßigen Berufs und in der Gegenwart einer mittelmäßigen Frau und mittelmäßiger Kinder abstottert. Die Mengenanamolie des Zinses (dass es nie genug Geld in der Gesamtmenge gibt, um den Zins ohne Verluste anderswo zurückzuzahlen) fällt diesen Massen nicht auf. Sie geben sich damit zufrieden, ökonomischer Treibstoff zu sein, solange sie ab und an einen Urlaub oder einen neuen Fernseher bekommen.

Ich habe die Weltgeschichte lange im Privaten studiert und viele unkonventionelle Werke gelesen (eine schwierige Aufgabe, denn man muss ja die ernstzunehmenden Verschwörungstheoretiker von den nicht ernstzunehmenden durchaus selbst trennen). Mir ist klar geworden, dass überall dort, wo private Bankiergruppen sich als scheinbar staatliche Institutionen etabliert und das Geldsystem an sich gerissen haben, auch ein furchtbares Kriegsverhalten zutage getreten ist. Die Bank of England sorgte schon für das imperialistische Verhalten Großbritanniens im 17. Jahrhundert, was Großbritannien schließlich von einem separatistischen Inselvölkchen zu einem unersättlichen Reich verunstaltete, dessen Eroberungsfläche die größte bisher bekannte gewesen ist. Die USA erlebten ihre ersten Probleme mit Debitismus mit dem Krieg von 1812. Der angelsächsische Debitismus scheint sich bisher besonders aggressiv auf die Welt ausgewirkt zu haben. Wo ich in den USA herkomme, sind die Menschen auch nicht fähig, abstrakt oder gar selber zu denken. Man beschäftigt sich mit panem et circenses, mit dem "Brot und Spiele"-Konzept des Zweiparteiensystems, in dem nichts Entscheidendes beschlossen wird. Die Massen lassen sich für bedeutungslose Themen emotionalisieren, während hinter geschlossenen Türen ihre Zukunft von nichtgewählten Vertretern beschlossen wird. Man interessiert sich lieber für Hillary Clintons Haartracht, als dass man sich über Bretton-Woods informiert. Erklärt man ihnen, dass man nicht wählt, weil es alles ein einziges kohärentes System ist, wird man als antiamerikanisch, antipatriotisch usw. bezeichnet.

Ich möchte mit alldem sagen, dass das Problem, das Sie so frustriert, kein rein deutsches Problem ist. Natürlich hat jedes Volk eine eigene Art und Weise zu verdrängen und borniert zu sein, aber das Problem an sich ist grundsätzlich überall dort anzutreffen, wo der Debitismus sich etabliert hat. Die Deutschen haben es nun besonders schwer, weil die letzten politisch salonfähigen und weltweit bekannten Versuche, das Zinsgeldsystem von sich zu weisen, im Nationalsozialismus gelegen haben. Hitler hat sie später alle zunichte gemacht, ein verzinstes Geld im Dritten Reich etabliert und sich auch bei denselben Menschen verschuldet, bei denen sich Amerikaner und Briten auch verschulden mussten, um aufzurüsten. Davor gab es aber Nationalsozialisten wie Gottfried Federer, die sich stark national, nicht expansionistisch und rein reformatorisch verhalten haben. Sie wollten vor allen Dingen eine Geldreform, weil sie das Übel im Geldsystem erkannt haben. Ich möchte hier keineswegs zugunsten des Nationalsozialismus sprechen, will aber auch unvoreingenommen und nüchtern die Sache unter die Lupe nehmen. Eine politische Bewegung, egal welche, ist niemals 100% verdammenswert. Eine riesige Wand von Facetten steckt hinter jeder von ihnen und man täte der Realität und der menschlichen Vernunft Unrecht, diese einzelnen Facetten nicht anzusehen und für sich zu bewerten.

Obwohl Menschen wie Federer vor der NS-Zeit sich unparteilich gegen das Geldsystem ausgesprochen haben, bleibt den Menschen natürlich weit prägnanter die Tatsache im Bewusstsein hängen, dass diese Zinsgegner später die Vollstreckung ihrer geldpolitischen Ziele aufgrund des nationalsozialistischen Parteienprogramms wenigstens im Nationalsozialismus erhofften, und der NSDAP beigetreten sind. Der kritischen Auseinandersetzung mit dem Geldsystem haftet deshalb für viele Deutsche etwas Antisemitisches an. Das ist natürlich völlig lächerlich, bezeugt ein solcher Verdacht doch letztendlich selbst das stereotypische Denken seiner Heger: Denn wer Zinskritik dem Antisemitismus gleichsetzt geht doch eigenhändig von der Prämisse aus, dass es typisch jüdisch sei, mit Geld zu handeln. Entspricht das etwa der politischen Korrektheit?

Die Filmindustrie, die Medien, die Presse und das Verlagswesen tun natürlich alles Menschenmögliche in Deutschland, die Bevölkerung stets und unaufhörlich an die Judenvernichtung zu erinnern. Und die Antisemitismus-Karte spielen viele Banker und Politiker sehr gerne, wenn man zufällig das unverantwortliche Handeln von Personen wie Lloyd Blankfein oder Ben Bernanke kritisiert. Sie übersehen sehr gerne, dass man auch Warren Buffet, J.P. Morgan, Rockefeller, Vanderbildt usw. kritisch beleuchtet. In den Deutschen steckt grundsätzlich ein kriegsbedingtes schwerwiegendes Trauma. Alles, was in irgendeiner Weise mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht werden kann, löst bei ihnen pawlowsche Reaktionen aus. Die Neigung zu verdrängen und nicht klar zu sehen, liegt - und das bei allen Völkern - oft daran, dass man die Geschichte seines Landes und aller dem Debitismus unterworfenen Menschheit plötzlich ganz anders sehen muss. Man erkennt plötzlich, dass der Bruder doch nur in einem Krieg gestorben ist, der nichts mit ansatzweise nachvollziehbaren Beweggründen zu tun hatte, sondern rein geldpolitische Zwecke verfolgte. Man erkennt zudem, dass der Zwang, täglich in einer Firma arbeiten zu gehen, wo es einem nicht gutgeht, nur damit man sich die Wohnung leisten kann, auch gar nicht nötig gewesen wäre. Die angebliche "Notwendigkeit" vieler Härtefälle der persönlichen und kollektiven Geschichte werden in einem solchen Augenblick der Erkenntnis vernichtet. Das ist ein herber Schlag. So viel umsonst, so viele Milliarden haben nicht auf einer Tatsachengrundlage gelebt, gearbeitet und gewirtschaftet, die sie aber doch für gegeben und selbstverständlich hielten! So viele junge wunderschöne Menschen bedeutungslos im Krieg gefallen, so viele Mütter, Väter und Kinder von Bomben getötet, so viele Genies tot und verschwendet, so viel Potenzial jahrhundertelang in die falschen Kanäle geleitet, so viel Energie und Lebenslust zu schädlichen Zwecken missbraucht. So viele gestorben, ohne jemals wirklich gelebt zu haben.

Die Borniertheit und die Verdrängung, der Sie begegnen, ist ein automatischer Schutzmechanismus, Herr Reschke. Ich kenne eine Dame, der erst später in ihrem Leben klargeworden ist, dass ihr sexuelle Gewalt vonseiten des Vaters angetan wurde. Es war ein grauenvoller innerer Kampf für sie, sich mit dieser Erkenntnis auseinanderzusetzen und daraus schließlich zu handeln. Es hatte bio-chemische Folgen für ihren Körper, es erschütterte die Grundlagen und das Selbstverständnis ihres bisherigen Lebens schlechthin. Genau darauf liefe es auch für viele Millionen hinaus, neue Erkenntnisse über den Ist-Zustand unseres politischen Systems und dessen bisherigen Werdegang zu erlangen. Ich kann nur hoffen, dass es einigermaßen friedlich zugeht. Ich bin sehr zynisch, was das Differenzierungsvermögen oder die Fähigkeit zur Selbstbesinnung einer wütenden Meute angeht. Das sollte aber Menschen wie Sie natürlich niemals davon abhalten, friedlich und vernünftig aufzuklären! Man muss die Adern und Hirnkanäle nur frei genug bekommen, um einen eigenständigen Fluss darin wieder ermöglichen zu können. Zur Zeit sind diese Adern und Kanäle aber durch den Schutzmechanismus verstopft, sie lassen keinen Fluss mehr zu. Ich möchte Sie ermutigen, weiterzuschreiben, weiter aufzuklären und weiterzuinformieren. Ich hoffe, Ihnen mit so viel persönlicher Information und so viel Text nicht zu nahe getreten zu sein. Vor hundert Jahren war es gang und gäbe, einen Brief mit zwanzig Seiten zu schreiben. Heute kann das bei vielen Menschen recht befremdlich ankommen...

Ich wünsche Ihnen das Beste und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,

Andreas Dirr

12.11.2013

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