Wertperspektive

Vom Falschgeldsystem zu echten Werten

Eine wichtige historische Phase

Gerd-Lothar Reschke — 22.3.2012

Ich möchte jetzt darauf aufmerksam machen, in welch entscheidender historischer Phase wir uns befinden. Das herrschende System trägt nämlich seinen letzten Kampf aus. Das heißt nicht, daß dieser Kampf in einigen Wochen oder Monaten entschieden sein wird, sondern daß er jetzt stattfindet und daß wir alle gerade Zeugen der damit in Verbindung stehenden Umwälzungen sind.

Ich weiß, es wirkt immer etwas zu schematisch und platt, von "dem System" zu sprechen, aber es wird im folgenden klarer werden, warum ich diesen Begriff verwende und warum er der passendste ist.

Die jetzige Finanz-, Wirtschafts und auch Gesellschaftsordnung basiert auf dem Fiat-Geldschöpfungsmechanismus ("Geld aus dem Nichts"). D.h. das, was gegenwärtig als "Geld" im Umlauf und durch staatlichen Zwang als herrschende Währung untermauert ist, ist Kredit- bzw. Schuldgeld. Das wiederum bedeutet: Es handelt sich um ungedeckte, auf eine noch einzutreffende Zukunft hin ausgestellte Schuldwechsel, also um etwas, das später noch als Leistung zu erbringen sein wird. (Man beachte: Das Wort "Währung" kommt von "wahr" und "währen", meint also ursprünglich etwas Echtes und auf Dauer Bestehendes.) Es hat sich inzwischen aber schon längst herumgesprochen, daß diese Leistung, also etwas, das dem gigantischen Betrag von Billionen von Euros entsprechen würde, nicht mehr erbracht werden kann und dementsprechend auch niemals mehr erbracht werden wird. Das wissen die Politiker, und das wissen jetzt mittlerweile auch die Bürger. Es ist also inzwischen auch bekannt, daß diese Ordnung nicht weiter aufrecht erhalten werden kann.

Wir haben es also mit einer Ordnung "auf Abruf" zu tun, vergleichbar einem todkranken Patienten. Die momentane Situation ist einfach die, daß der Patient eben noch lebt; aber man weiß, irgendwann ist damit Schluß. Das System bzw. diese Ordnung muß daher reagieren. Da sie an ihrem eigenen Fortbestehen im höchsten Maße interessiert ist, muß sie versuchen, den bevorstehenden Wechsel vom Platzen der Schuldenblase hin zu einem noch unklaren zukünftigen Zustand so hinzubekommen, daß die für sie wünschenswerten Grundbedingungen möglichst erhalten bleiben.

Das Wichtigste ist hier zuerst einmal die Desinformation bzw. Propaganda. Die wahren Fakten müssen weitgehend vertuscht werden; außerdem wird man versuchen, die Mehrheit der Bürger derart zu beschäftigen und abzulenken, daß diese gar nicht mitbekommen, was die Stunde geschlagen hat. Das ist einfacher, als man denkt. Den entscheidenden Beitrag hierzu liefern die Medien. Wenn die meisten und vor allem die wichtigsten und einflußreichsten Medien an der Desinformation mitwirken, wird man den Leuten praktisch alles weismachen können, bis zu jenem letzten Moment, wo dann eben die Tatsachen nicht mehr zu leugnen sein werden. Das ist immer erst der allerletzte Kollaps eines Regimes; wir kennen das aus dem Geschichtsunterricht. Die allermeisten verstehen erst im nachhinein, was tatsächlich abgelaufen ist. Das nächste Regime wird dann seine eigene Version weiterverbreiten. Aber warum leisten die Medien hier keine Aufklärung? Ganz einfach: Weil sie in dasselbe Kreditsystem eingebunden sind und von ihm versorgt werden.

Widmen wir uns jetzt der Frage nach der Strategie der Regierenden in dieser aktuellen Übergangsphase. Wir befinden uns in der historisch einmaligen Situation, daß praktisch sämtliche Regierenden aller Länder dasselbe Grundinteresse verfolgen. Denn mit dem Papiergeldsystem auf Basis der FED und ihres ungedeckten Papier-Dollars wirtschaften sämtliche Staaten. Dementsprechend gibt es auch in keinem Staat, ob mehr oder ob weniger "demokratisch" , eine Opposition. Jede Partei, die unter solchen Grundvoraussetzungen an die Macht kommt, wird dasselbe Interesse haben, an der fundamentalen Lüge vom Wert eines bereits wertlosen Geldes festzuhalten. Das sieht man überall da, wo Wahlen stattfinden, sei es in den USA mit den Vorwahlen der Republikaner oder in Deutschland mit Schwarz-Gelb bzw. Rot/Grün, und auch Linke oder Piraten würden daran gar nichts ändern.

In diesem Sinne ist also jegliche faktische Demokratie bzw. Bürgermitbestimmung bereits abgeschafft worden. Die Bürger können zwar zu allem möglichen ihre Meinung beitragen, aber nicht zu dem, was den jetzigen historischen Umbruch entscheidend ausmacht. Die Grundstrategie des Geldsystems bleibt dieselbe: nämlich das Bemühen, weiterhin die Oberhand zu behalten. Das reicht aber noch nicht, denn aufgrund der sich verschärfenden Schuldensituation muß sich das Papiergeldsystem zunehmend gegen die Gefahr des sofortigen Zusammenbrechens zur Wehr setzen. (Worin besteht hier die Brisanz der Lage? Es handelt sich um die identische Situation wie bei einem zahlungsunfähigen Schuldner, der keinen Kredit mehr bekommt. Der Kollaps tritt dann gleichzeitig mit dem Eingeständnis der Pleite ein; damit tritt wiederum schockartig zutage, wie prekär die Situation schon seit längerem gewesen ist. Da hilft dann auch kein Betteln und Jammern mehr.)

Es kommt nun zu dem, was mit dem Bild "Krake" am zutreffendsten beschrieben ist. Sowohl das Finanzsystem als auch das politische System, also das Staatswesen, nimmt immer stärker Krakencharakter an. Vergleichbar einem Verhungernden oder Süchtigen beginnt es alle Ressourcen, die es noch erschließen kann, heranzuziehen und sich einzuverleiben. Damit die breite Öffentlichkeit das Spiel nicht durchschaut, verkauft man ihr so etwas als "Reform" und damit als scheinbare Verbesserung. Politiker mögen in vielerlei fachlicher Hinsicht unwissend und dilettantisch sein, aber was das Erfinden von nützlichen Schlagworten anbelangt, sind sie in der Regel von niemandem zu übertreffen. Sie verbrämen jegliche zusätzlich erschlossene Einnahmequelle, also neue Steuern, Gebühren, Abgaben und Beiträge, als "sozial gerecht", als "im Sinne der Gemeinschaft", also als Fortschritt und Verbesserung.

Der eigentliche Charakter der Staats- und Geldkrake kommt im Sozial- und Fürsorgestaat zum Tragen. Die aus sozialistisch-kommunistischen Regimes bekannten Methoden der Enteignung und Umverteilung unter dem Deckmantel von "mehr Gerechtigkeit" gehören hierbei zum Standardrepertoire. Es gibt immer noch etwas "gerechter" zu gestalten, sprich: zu enteignen und umzuverteilen — bis den Bevölkerungsgruppen, die mit ihrer Eigeninitative und ihrem Fleiß Werte geschaffen haben und die auch für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Arbeitsplätzen im wesentlichen zuständig gewesen waren, jegliche Leistungsbereitschaft vollends ausgetrieben worden ist. In der Breite wird eine derartige Gesellschaft dann immer apathischer und endet am Schluß in lähmender Dekadenz und Resignation. Gleichzeitig wuchert das Krebsgeschwür der bürokratischen Allgewalt umso ungehemmter. Vermeintlich finden dann hier immer mehr Menschen bezahlte Arbeit und Alterssicherheit. Die dahinterstehende Logik ist immer dieselbe, und wir kennen sie ebenfalls aus dem Geschichtsunterricht, hier das Scheitern des Sowjetsystems betreffend.

"Gerechtigkeit" ist also das Hauptschlagwort, mit dem sich die Masse jahrzehntelang hinters Licht führen läßt. Weitere derartige Manöver von ausgeklügelter massenpsychologischer Raffinesse sind: "Umweltschutz" oder "Frieden". In Deutschland entwickelt auch die Parole "mehr für Europa" immer noch erstaunliche Zugkraft, kann man doch selbst 67 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs (den also die allermeisten Deutschen nie erlebt, geschweige denn mit verursacht haben) immer noch auf Schuld- und Schamgefühlen herumreiten, die offenbar sogar jungen Menschen tief bis ins Unterbewußtsein einkonditioniert werden konnten und bei Abruf zu reflexartigem Verleugnen eines gesunden Eigeninteresses führen.

Ein solches auf dem ungedeckten Papiergeldsystem fundierendes Staatswesen muß also, in einem hektischen Wettlauf mit der Zeit, zu einem Kontroll- und Ausbeutungsregime mutieren und so versuchen, seine Fundamente weiterhin intakt zu halten. Der Öffentlichkeit wird mit Wahlveranstaltungen, bei denen nicht wirklich etwas zu Wahl steht, aber, wie z.B. bei Bundespräsidenten-, Landtags- oder Bundestagswahlen (oder Kongreß- und Präsidentenwahlen in den USA), immer noch ein gewisser Unterhaltungscharakter aufrechterhalten werden kann, weiterhin vorgegaukelt, sie hätte etwas zu sagen. Gleichzeitig wird jede dieser politischen Führungen das gleiche (und bestenfalls in unwichtigen Nuancen verschiedene) tun: die individuelle Selbstbestimmung der Bürger weiter beschneiden und schon Kinder und Jugendliche auf eine scheinbar alternativlose Einordnung in das Regime konditionieren.

Die Bürger glauben dann in einem solchen pseudodemokratischen Attrappensystem bis zum Ende, also bis zum Kollaps der Falschgeldblase, unverändert daran, frei zu sein. In Wahrheit sind sie längst zu Sklaven mutiert, deren gesamte Lebenswirklichkeit, ob in Beruf oder Freizeit, von der Abrichtung auf Leistungserbringung und Bewährung zugunsten der Kontroll- und Ausbeutungsinstanzen des Regimes bestimmt ist. Es gibt kein Ausbrechen aus dieser würgenden Schlinge, weil alles, was an Ressourcen erstellt, erarbeitet, ausgetauscht und konsumiert wird, unter dem Vorzeichen der Umverteilung hin zur Geld- und Staatskrake steht.

Und doch existiert zu diesem düsteren, deprimierenden Gesamtbild eine große Alternative: persönliche Freiheit jenseits der Vereinnahmung. Rückbesinnung auf echte Werte und echtes Geld. Gold und Silber sind die natürlichen Gegenspieler der Papier- und Schuldgeldblase. Rückbesinnung auf persönliche Fähigkeiten und auf Arbeitsmöglichkeiten jenseits einer immer unmenschlicher werdenden Arbeiter- und Angestellten-Mühle in Fabrik und Büro. Die erste Voraussetzung besteht darin, die fundamentale Lüge des herrschenden Systems zu durchschauen und sich nicht mehr von ihr einlullen zu lassen. Wer die Kraft dazu aufbringt, der gewinnt seine Zuversicht und sein positives Lebensgefühl zurück. Selbst unter dem Regime der größenwahnsinnig gewordenen EU-Bürokraten gibt es private und individuelle Nischen der Selbstverwirklichung und des freien Ausdrucks von Kreativität und Leistungsbereitschaft. Man darf sich von der Krake nicht den Schneid abkaufen lassen, darf sie nicht verabsolutieren und damit verinnerlichen. Die Krake ist dem Untergang geweiht; sie kämpft nur noch mühsam um ihr Überleben. Wer sich von ihr abnabelt, gehört zur Generation der Zukunft und damit auch zu den Hoffnungsträgern der Zukunft.

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