Die Euro-Diktatur kommt
Daß Merkel hinsichtlich der Euro-Bonds wieder einmal umfallen und die Interessen der Deutschen gründlich verraten würde, habe ich ja bereits vorgestern geschrieben. Warum ich mir da so sicher gewesen bin? Weil Merkel bisher bei jedem Treffen mit Sarkozy umgefallen ist und sich zu rechtswidrigen Zusagen hat erpressen lassen. Aber daß sie nun sogar noch mehrfachen Verrat begeht und über den ersten Schritt, die Euro-Bonds, hinaus gleich im zweiten Schritt nochmals weitergehendere Zugeständnisse machen wird, hätte selbst ich nicht erwartet. Die jetzt angekündigte Euro-Wirtschaftsregierung bedeutet auf einen Schlag mehrerlei:
- Endgültige Abschaffung der demokratischen Willensbildung in Deutschland.
- Unterordnung der Interessen der Deutschen unter eine weder rechtsstaatlich noch sonstwie rechtlich legitimierte Cliquenherrschaft (sprich: die Banken werden nun auch offiziell zu Herrschern über den Volkswillen).
- Übergabe der Entscheidungsbefugnis über inländische deutsche Wirtschafts- und Finanzprozesse an eine supranationale Organisation ohne jegliche verfassungsmäßige Kontrolle oder Aufsicht.
- Unterwerfung unter die bankrotten Schuldnerstaaten in der Eurozone, da die Willensbildung in Zukunft mehrheitlich stattfindet bzw. primär auf deren Bedürfnisse und Ansprüche ausgerichtet sein wird.
Daß für diese Zerstörung der deutschen Rechtsstaatlichkeit nicht nur das Grundgesetz, sondern auch noch zahlreiche weitere Gesetze geändert werden müßten und hierzu ein demokratischer Willensbildungsprozeß die unbedingte Voraussetzung wäre, braucht nicht weiter erörtert zu werden. Schon bei der Planung des ESM ist deutlich geworden, daß sich das Berliner Regime keinen Deut mehr um irgendwelche rechtsstaatlichen Gegebenheiten und Einschränkungen scheren wird.
Angesichts der neuen Planungen kann man sich nur noch fragen, warum man jetzt nicht dazu übergeht, alle deutschen Bürger sofort zu enteignen und zu Vasallen einer supranationalen Diktatur zu machen — einer Diktatur, die sodann das noch vorhandene Eigentum und Vermögen nach eigenem Gutdünken unter den Bürgern der anderen Euro-Staaten aufteilt — oder richtigerweise: den entsprechenden Großbanken, bei denen diese Staaten verschuldet sind, zuliefert. De facto wird das nun geschehen; es wird bloß nicht offiziell so genannt werden.
Inwiefern geht die Euro-Wirtschaftsregierung über die Euro-Bonds noch hinaus bzw. wie hängen beide zusammen? Das erhellt
folgendes Schäuble-Zitat: "Ich schließe Eurobonds solange aus,
solange die Mitgliedsstaaten eine eigene Finanzpolitik betreiben und wir die
unterschiedlichen Zinssätze benötigen, damit es Anreize und
Sanktionsmöglichkeiten gibt, um finanzpolitische Solidität zu erzwingen." Das Ganze ist ein simpler Trick und dient der Irreführung der Deutschen — wie so vieles auf dem Wirtschafts- und Finanzsektor in den letzten Monaten: Während man das Vermögen der Deutschen Stück für Stück preisgibt, baut man gleichzeitig ein argumentatives Szenario auf, das via Medienpropaganda suggerieren soll, die Schuldnerstaaten hielten sich an von Deutschland vorgegebene Regularien und Sparbefehle. Natürlich tun sie das nicht — weil es auch gar nicht möglich ist. Das weiß man auch, aber es handelt sich wie gesagt bloß um Beruhigungspillen für die deutsche Bevölkerung, die eiskalt aufs Kreuz gelegt und übervorteilt wird. Es geht einfach darum, dem Patienten vorzugaukeln, er werde nicht operiert, indem man ihn gründlich genug betäubt und ablenkt — so kann man ihm dann Stück für Stück seine lebenswichtigen Organe herausschneiden, bis er zum Schluß entsetzt feststellen muß, daß sein Tod kurz bevorsteht.
Historische Tage sind das. Was wir jetzt erleben, ist definitiv das Ende der deutschen Nachkriegsrepublik.
Weitere Lesetips:
Eine Gruppe von Menschen (der EZB-Rat) hat ohne Beteiligung der Völker, Parlamente oder Regierungen und ohne jedwede demokratische Kontrolle ein effektives Besteuerungssystem geschaffen, das gewaltige finanzielle Belastungen schafft. Niemand hatte die Möglichkeit, diese Selbstermächtigung der EZB zu verhindern. Es gibt daher bereits heute keine Gewaltenteilung in der Euro-Zone. Und es gibt auch keine demokratische Kontrolle. Es gibt nur eine Clique von Menschen, die machen, was sie wollen. Genauer: Die mit unserem Vermögen machen, was sie wollen. Die glauben, sie wären die Inkarnation der Weisheit, die sich selbst bereichern und sich einen Dreck um das Wesen der Demokratie scheren.
Wie sich die Zeiten ändern. Dass sich ausgerechnet die extreme Linke zum Sprachrohr des Großkapitals macht, dürfte einmalig sein in der Geschichte. Hand in Hand fordert das linke Spektrum das, wofür sich auch Großkonzerne mehr oder wenig offen aussprechen: Eurobonds. Marx wird sich wahrscheinlich im Grabe herumdrehen. (...)
Bei den Grünen hat man eh nichts anderes erwartet. Gutmenschentum, Eurobonds – am Ende wird alles gut? Wahrscheinlich nicht. Aber man kann sich in der Zwischenzeit als „Guter Europäer“ darstellen.
Ja, ein guter Mensch sein, "solidarisch" sein, "europäisch denken", notleidenden Schuldnern "helfen", "uns geht es ja noch gut, eher zu gut" — so simpel ist das Weltbild derer gestrickt, die nur noch in der Traumwelt ihrer Ideale leben, während ihnen jeglicher noch vorhandene Rest von Demokratie, Rechtsstaat und Wertempfinden unter dem Arsch weggetrickst wird.
Ich habe inzwischen riesige Schwierigkeiten, mir eine Zeit vorzustellen, in der Menschen, die ein Selbstbild von Aufgeklärtheit, Intelligenz, geistiger Unabhängigkeit und Freiheit, Weltoffenheit und Wohlinformiertheit pflegen, sich jemals derart hirnlos, gewissenlos und blind verhalten haben. Die Zeit des "Dritten Reichs" mit eingeschlossen; das "finstere Mittelalter" mit eingeschlossen.
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