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Die Aktienaffen

Hier die Tagesschau.de-Umfrage des Tages vom 2.8.2011. Ist noch gar nicht so lange her, nämlich eine Woche:



Man beachte die weit überwiegende Zustimmung von 39% zur flapsigen Antwort auf die Frage nach der besten Anlage:

Gold? Anleihen? Wenn ich das schon höre. Ich kaufe Aktien. Die sind auf dem aktuellen Niveau spottbillig.

Diese Leute verdienen mit vollem Recht die Ehrenbezeichnung "Aktienaffen". Affen deshalb, weil sie immer linear denken: Die Kurse gehen doch in letzter Zeit so schön hoch, die werden auch weiter hoch gehen. Schließlich haben wir doch einen Aufschwung. Der sogar noch an Fahrt zugenommen hat. Kanzlerin und Wirtschaftsminister haben das in letzter Zeit ständig bekräftigt. Außerdem sieht man es allein schon an den bloßen Zahlen. Überall Zuwächse, steigende Verkaufszahlen, gute Renditen. Die Experten sind sich einig. Da kann gar nichts schieflaufen.

Die Aktienaffen sind mit dem Verständnis unseres herrschenden Falschgeldsystems mehr als überfordert. Sie wissen nicht mal, was das Wort bedeutet. Geldsystem? Haben wir nichts mit zu tun! Hauptsache, die Börse brummt. Wo soll man denn auch sonst Kasse machen, mit steigenden Kursen?

Weil sie nichts vom Geldsystem kapieren und weil das ihrem linearen, an herrschenden volkswirtschaftlichen Lehren und an den neuesten Mainstream-Nachrichten orientierten Denken (und Weltbild) zuwiderläuft, finden sie Gold blöd und doof. Was soll man denn da schon herausholen können? Da passiert doch nichts! Totes Metall, liegt nur herum, bringt weder Zinsen noch Rendite. Daher ist Gold für die Aktienaffen so etwas wie die Antithese ihres dynamischen Fortschrittsgeistes und ihrer nach eigener Selbsteinschätzung jederzeit optimistischen, als lebensfroh empfundenen Grundeinstellung: dagegen ist doch der kaum noch benötigte "Rohstoff Gold" geradezu ein Sinnbild von geistiger Unbeweglichkeit und erstarrtem Traditionalismus.

Szenenwechsel. Eine Woche später. Die "spottbilligen" Aktien sind inzwischen noch viel "spottbilliger". Toller Erfolg, was? Wertverlust ca. 20%. Das dumme, blöde, tote, nichtsnutzige Gold hat in ein paar Tagen etwa 10% zugelegt. Gesamtdifferenz ca. 30%. Nicht in einem Jahr, oder in fünf Jahren. Sondern in einer einzigen Woche! Wie schauen die Aktienaffen wohl jetzt drein?

Nur 10% dieser "Experten", Fachleute, Profis, mit allen Wassern gewaschenenen Füchse des Börsenparketts haben auf Gold gewettet. 137 Stimmen von 1413.

Ich fürchte aber, auch diese Handvoll Außenseiter haben das Geldsystem nicht verstanden. Und informieren sich daher beim Staatssender Tagesschau. Wo Gold schlechtgeredet wird, daß es nur so kracht — auch heute noch. Denn man muß die Leute unbedingt daran hindern, auf die eigentlichen Zusammenhänge hinter dem ganzen Affenbrimborium zu kommen. Notfalls auch mit übelster Angstmacherei:

Ja, schrecklich, diese irrationale Angst. Nur Ängstliche kaufen Gold (also, mit anderen Worten: Feiglinge) — Mutige dagegen kaufen Aktien. Was wären wir ohne die Mutigen? Die bringen uns voran. Die Goldkäufer sollte man ins Altersheim oder zum Psychiater schicken...


Hier noch als Ergänzung die "wahre Geschichte", nämlich ein leibhaftiger Aktienaffe: der Kapuzineraffe Dr. Monk. Der schlägt seine menschlichen Konkurrenten mit links:

Aktien-Guru Dr. Monk

Einmal im Jahr wählt der Affe Adam Monk 5 Aktien aus und liegt schon seit 5 Jahren in Folge besser als der Markt. Auch den Wahlerfolg von Obama hat er vorausgesagt.

"Er war sehr kühl, was den Markt angeht. Wir mußten ihn drängeln, damit er überhaupt Aktien angekreuzt hat."

"Wer zieht ins Weiße Haus ein?" Der Affe tippt auf Obama. "Letztlich aber wendet sich der Affe mit Grausen von der Politik ab."

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