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Buch über das Falschgeldsystem

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Papiergeld Rheingold

Versuchte Reklame

Gestern rief mich jemand an, der auf mein Buch zum Geldsystem aufmerksam geworden war. Er versuchte mich für die Papierwährung Rheingold anzuwerben. Ich könne dadurch auch etliche neue Käufer für das Buch finden. Im Gegensatz zum Euro sei diese Währung wertgedeckt. Nämlich durch die Leistungen und Werte, die die daran Beteiligten in das System einbrächten. Ich hätte doch bereits über Bitcoin berichtet — das sei ziemlich dasselbe.

Zum Konzept

Mit ein paar ganz einfachen Fragen kam ich dann recht schnell auf den Hintergrund des Konzeptes. Das Rheingold-Geld ist in dem Sinne ähnlich zu Bitcoin, als man es als Mittel zum Werttransfer nutzen kann. Man kommuniziert quasi über Werte. Also dasselbe, was im Moment mit unserem Zentralbank-Papiergeld Euro oder Dollar geschieht.

Der Unterschied gegenüber dem Euro: der Euro ist nicht nur weitgehend ungedeckt, sondern auch noch ein Betrugsgeld, weil er zu einer versteckten Enteignung derjenigen führt, die ihn benutzen. Er hat, wie ich in meinem Buch genau aufgeschlüsselt habe, einen eingebauten heimlichen Umverteilungsmechanismus zuungunsten der Bürger und zugunsten der privaten Fädenzieher hinter den (pseudo-staatlichen) Zentralbanken.

Das Problem dieser alternativen Papierwährung ist jedoch die Flüchtigkeit dieses Geldes, also die generelle Unsolidität.

Man darf nicht sparen?

Mit einem einfachen Beispiel brachte ich den Anrufer dazu, daß er sich diesbezüglich sofort in Widersprüche verstrickte: Nehmen wir an, ein älteres Ehepaar besitzt ein großes Haus mit Grundstück. Einer von beiden stirbt. Der andere sieht sich gezwungen, das gesamte Besitztum zu verkaufen, beispielsweise für 800.000 Euro. Für die nun folgende Transaktion ist weder Bitcoin noch Rheingold noch sonst eine derartige Währung geeignet. Denn das Geld würde ja für eine Zeit liegenbleiben. "Sie können nicht sparen", meinte der Anrufer wortwörtlich. Das sei aber ein seltsames Dogma, entgegnete ich. Es erinnere mich an das Schwundgeld der Gesell-Anhänger. Sparen sei "Horten" und schade der Gemeinschaft, wird dort immer gebetsmühlenartig wiederholt. Was denn nun mit dem aus dem Haus gezogenen Wert geschehen solle, bohrte ich nach.

Entsprechend der Logik der propagierten neuen Papierwährung lautete die Antwort: Man sollte das Geld eben in Sachwerte anlegen, z.B. ein neues Haus. Oder "10 oder 15 Autos?", fragte ich nach. Sachwerte eignen sich hier nicht. Ich würde ja gerade ein Geld benötigen, das den Wert behalte.

Unverzichtbare Eigenschaften von echtem Geld

Durch das Gespräch schälte sich für mich noch genauer heraus, was Echtgeld bzw. wertgedecktes Geld zu sein hat. Es darf nicht beliebig reproduzierbar sein; es muß verläßlich sein; es sollte im besseren Fall sogar auf dem ganzen Planeten Erde als gültiger Wertspeicher anerkannt sein, unabhängig von Gruppen, Cliquen, Vereinen oder Regierungen.

Bitcoin als Transferwährung

Bitcoin ist, wenn wir schon bei einem nicht als Wertspeicher tauglichen Geld sind, hundertmal besser als Rheingold oder jegliche andere Zettelwährung, denn es schlägt alle diese Papiergelder bzgl. der Schnelligkeit und Flüssigkeit um Längen — und meinem gegenwärtigen Verständnis nach auch hinsichtlich der Sicherheit und Anonymität. Aber Bitcoin (ebenso wie die anderen nicht werthaltigen Währungen) eignet sich eben nicht zum Sparen!

Geldsysteme und ideologisches Denken

Mir ist überhaupt schleierhaft, wie sich ansonsten kluge und praktisch denkende Menschen zu solch absurden Aussagen versteigen können wie, man solle nicht sparen. Geld müsse dauernd ausgegeben werden. Keiner solle Geld für längere Zeit besitzen. Alle sollten sich in einem ständigen Werte-Austausch miteinander befinden, und wer sich dagegen sträube, der habe eben Pech gehabt. Das ist so weltfremd wie utopisch-sozialistisch. Ich wittere dahinter ein ideologisches Denken, das mich abstößt. Den Versuch, Menschen zu bevormunden, wie sie zu leben hätten.

Nachteil von Insellösungen

Noch etwas zu dem Aspekt Marktgeld. Ich sprach den Anrufer darauf an, daß es sich bei dem von ihm propagierten Konzept eben nicht um echtes Marktgeld handele. Wie gesagt halte ich es für ein idealistisches Experiment. Aber in jedem Fall eben um eine Insellösung. Marktgeld ist kein Konzept, sondern es ist immer gerade dasjenige Geld Marktgeld, was von einer Majorität als unzweifelhaft zuverlässig und vertrauenswürdig betrachtet wird. Die Edelmetalle stellen bekanntlich solch einen Wert dar, wie sich an etlichen tausend Jahren menschlicher Geschichte erwiesen hat. Eine Zettelwährung, die von einer Gruppe — und sei sie noch so ambitioniert, fleißig und wohlgesonnen — "wertgedeckt" wird, bleibt immer eine Insellösung. Nehmen wir den Fall, die paartausend oder meinetwegen auch paarmillionen Teilnehmer würden von einer Epidemie oder einem Krieg heimgesucht. Dann fiele auch die Deckung fort.

Rekurs: Wie wertgedecktes Geld in der Praxis funktioniert

Nur noch einmal als Erläuterung für mit dem Thema noch nicht vertraute Leser: Deckung durch Edelmetalle bedeutet nicht, sich kiloweise mit derartigen Materialien abschleppen zu müssen, oder bei jeder einfachen Transaktion Gefahr zu laufen, mit gefälschten Münzen oder sogar mit gefälschten Barren betrogen zu werden. Es ist hier genauso möglich, normale Transaktionen per Papiergeld oder Überweisungen, Buchungen usw. vorzunehmen, wie beim Euro. Deckung bedeutet, dieses Buch- oder Papiergeld jederzeit gegen den echten Wert zurücktauschen zu können — also genau das, was in früheren Jahrhunderten, vor der Einführung des Fiat-Falschgeldes "aus dem Nichts", bei stabilen Währungen noch möglich gewesen war. Die Papierzettel (oder Bitcoins, oder was auch immer) wären in diesem Fall voll wertgedeckt, und die Währung somit ehrlich und verläßlich.

Zusammenfassung

Damit wurde wohl das meiste, was zu diesem Thema zu sagen ist, hinreichend erläutert. Für mich bestand der eigentliche Aufschluß vor allem in folgendem: Man kann sich mit derartigen Themen immer in mehr oder weniger abstrakte und auch komplizierte Gedankengänge verstricken. Dazu rechne ich auch alles, was mir im quasi-religiösen Missionierungs- und "Helfer"-Stil ankommt. Ein echtes Marktgeld braucht keine Reklame, keine gutwilligen Helfer und keine Überzeugungsversuche. Und ebensowenig braucht es Lockangebote. Während ich das Buch verfaßt habe, ist mir noch deutlicher geworden, daß alle grundlegenden Wahrheiten immer einfach sind. Jeder einfache Bauer oder Handwerker würde sie sofort verstehen. Was Werte sind, und ob diese verläßlich sind oder nicht, das spürt man im Bauch und schlußfolgert es nicht im Kopf. Geldtheoretiker, die kompliziert oder allzu reformerisch denken (sprich: die ihr Geldmodell dazu einsetzen wollen, mehr "Gerechtigkeit" zu erreichen), entfernen sich von diesen Grundlagen — statt sich ihnen anzunähern, verwischen sie sie. Und nach meiner Beobachtung sind alle diese Leute darauf aus, geleistete Werte geringzuschätzen, moralisch zu qualifizieren und im Endeffekt nach ihrem Gusto umzuverteilen.

Marktgeld hingegen ist ganz einfach das, was von selbst zustandekommt, wenn sich die hohlen Konzepte an der Wirklichkeit zerrieben haben. Und dieser Wirklichkeit braucht man nicht voranzuhelfen, die kommt ganz von alleine zurecht.

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