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Fakten, Kommentare, Hintergrundwissen aus unabhängiger Sicht | |
Buch über das Falschgeldsystem
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Modellbeispiel für die Nutzung von EchtgeldEs soll hier noch einmal auf das Standardargument der Befürworter ungedeckten Kreditgeldes eingegangen werden: ohne Wachstum der Geldmenge würde die Wirtschaftsentwicklung behindert und somit auch eine Zunahme des Wohlstands bzw. der Lebensqualität. Stellen wir uns eine von der restlichen Welt getrennt existierende Insel vor, auf der tausend Menschen leben. Dort gäbe es 10 Kilo Gold. Das Gold würde als Zahlungsmittel gebraucht. Nehmen wir nun einen Lebensstandard an, der dem späten Mittelalter entspräche. Eine Kutsche würde dann vielleicht 10 Goldstücke kosten. Nehmen wir weiter an,diese Kultur würde sich ein paarhundert Jahre weiterentwickeln, so daß es statt der Kutschen moderne Automobile gäbe, wie es sie heute auch bei uns gibt. Ein Mercedes würde dann wahrscheinlich auch wieder 10 Goldstücke kosten. Und entsprechend verhielte es sich mit weiteren Gebrauchs- und Luxusgegenständen. Vielleicht gäbe es auf der Insel ein paarhundert Jahre später Raumschiffe, die sich einzelne Bürger kaufen könnten. Auch diese würden dann 10 Goldstücke kosten. Was das Beispiel zeigen soll: Das wertgedeckte Geld (in unserem Beispiel Gold) ist einfach die Grundlage für Wertetransfers und Tauschvorgänge; es ist quasi ein „Kommunikationsvehikel“. Sein Wert ist immer das, was sich durch den lebendigen Ablauf der „Werte-Kommunikation“ ergibt. Es ist kein absoluter Wert per se (so, wie das heute immer angenommen wird). Wichtig ist einfach, daß er nicht beliebig künstlich hergestellt werden kann — und noch wichtiger: auch von den Herrschenden nicht! Die Behauptung, daß wertgedecktes Geld die Entwicklung einer Kultur und Zivilisation behindere, wird durch die ganzen letzten zwei-, drei- und mehrtausend Jahre komplett ad absurdum geführt. Ganz im Gegenteil: Papier- und Kreditgeld ohne Wertdeckung, ebenso wie alle weiteren Versuche der jeweils Regierenden, den Geldwert auszuhöhlen und zu verschlechtern, um damit ihre ambitionierten, unsoliden Projekte (meistens Kriege oder maßlose Verschwendung) finanzieren zu können, führten stets in Krisen, Aufstände, Revolutionen und ganz allgemein in schwerwiegende Kollapse der solcherart künstlich aufgeblasenen Systeme. Wertgedecktes Geld hat keine einzige fruchtbare, aufstrebende Zivilisation am gesunden Wachstum gehindert: weder das römische Reich noch das Mittelalter in seiner Blütezeit des Kathedralenbaus und der Städtegründungen. Im Gegenteil: Die Phasen mit der höchsten Wertdeckung sind zugleich auch die erfolgreichsten gewesen. So florierte eine der kaufmännisch erfolgreichsten Kulturen der Menschheitsgeschichte, die Republik Venedig, auf der Grundlage edelmetallgedeckter Währungen (Gold und Silber) ab 1284 für ein halbes Jahrtausend. Ähnlich die italienischen Stadtstaaten Florenz, Siena, und Genua. Das byzantinische Reich (Ost-Rom bzw. Konstantinopel) genoß von 324 n. Chr. an für über 12 Jahrhunderte Frieden und Stabilität. Die voll wertgedeckte Mark Banco der 1619 gegründeten Hamburger Bank, auf deren Basis auch moderne Girogeschäfte abgewickelt werden konnten, galt 250 Jahre lang als sicherstes Geld der Welt. Diese Art Geld ist nicht starr, sondern einfach nur ehrlich und beständig. Entsprechend muß sich dann aber auch die jeweilige Kultur, die solch eine Währung benutzt, daran messen lassen: Sein oder Schein? Die Menschen, die auf unserer Beispiel-Insel leben, haben mit dem steigenden Wert ihres Echtgeldes Teil an der Entwicklung des gemeinsamen Wohlstands. Was zuerst statisch wirken mag, bedeutet viel eher eine Freiheit vom allgemeinen Rattenrennen, das uns heute als selbstverständlich und unvermeidlich suggeriert werden soll. Die Dynamik des Kreditgeldes entpuppt sich als Abhängigkeit von Geld, nicht als heilsame Entfaltung des menschlichen Potentials.
Ein weiteres typisches Argument gegen Echtgeld betrifft die ungleiche Verteilung. Da haben wir dann ein paar Superreiche, die Gold tonnenweise horten und alles, was ihnen nur beliebte, aufkaufen könnten, während sich Millionen von armen Afrikanern mit ein paar Krümel Goldes begnügen müßten. Man solle doch bitte erst mal Tabula rasa machen und alles ganz gerecht neu verteilen. Es ist schon faszinierend, wie mit solchen Ideen das sozialistische Top-Down-Denken ganz reflexhaft in Gang kommt: Enteignung und Um- bzw. Neuverteilung, und dann haben wir die gerechte Ausgangslage. Meine Frage. Hat es das schon mal gegeben? Wer will das in Gang setzen und steuern? Selbst wenn so etwas funktionierte: Interessanterweise kommen wir immer wieder zum Thema des Marktes und der Leistung zurück. Entscheidend für das Florieren einer Zivilisation ist es nämlich, inwieweit Leistung honoriert wird und Austauschvorgänge unbehindert bleiben. Echtgeld ist hierfür das optimale Mittel, weil es per se gerecht und unbestechlich ist; es läßt sich nicht mißbrauchen. Es verteilt sich aufgrund von Leistung. Fiatgeld hingegen hat, wie wir gesehen haben, die Umverteilung bereits eingebaut. Damit wird der Markt außer Kraft gesetzt. Weiterhin außer Kraft gesetzt wird er durch zentralistische Wirtschaftssteuerung (hier: Zentralbanken, ob staatlich oder privat). Selbst unser Gold hortender Superreicher könnte sich mit Echtgeld nicht automatisch bereichern, sondern entzöge dem Geldkreislauf bloß Geld. Aber mit dem Fiatgeld wird er zur Krake, die ständig größer und mächtiger wird. Darüber hinaus ist Gold nicht das einzige Edelmetall; es gibt Silber, aber es gibt auch noch Platin und Palladium. Man könnte sich sogar noch weitere Möglichkeiten einer Wertdeckung denken. Genau das passiert nämlich automatisch, wenn das Marktgeld frei ist und bleibt: die jeweilige Wertdeckung unterläge dann wieder Marktgesetzen und wäre nicht, wie beim Goldstandard, zwangsweise vom Staat aufoktroyiert. In gewissem Sinn führt sich diese Währung sogar schon jetzt wieder ein: Denn immer mehr Menschen kommen dahinter, daß mit unserem Papiergeld etwas gehörig schiefläuft, und schichten in andere, verläßlichere Werte um. Diesen Prozeß kann nicht mal die perfekteste Diktatur verhindern. Das Leben bahnt sich immer wieder einen eigenen, natürlichen, nicht von irgendeiner Funktionärstyrannei reglementierten Weg. Lektürehinweis:
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